Urban Gardening: Rückblick auf die erste Saison

Garten in Wartenberg2014 habe ich mich relativ spontan dafür entschieden, einen kleinen Gemüsegarten bei meine ernte zu pachten. Mein Partner war eher skeptisch, ob wir das mit unseren Jobs und den Kindern zeitlich schaffen. Dieses Jahr wollte er ohne Zögern wieder dabei sein.
Aber der Reihe nach: meine ernte bietet den Pachtgarten in 2 Größen an. Die kleinere Variante wird mit 45 Quadratmetern eigentlich für Singles und Paare empfohlen. Da wir aber noch nicht wussten, was uns erwartet, wir so gut wie keine Erfahrung im Gärtnern haben hatten und unsere Kinder bis auf wenige Ausnahmen noch ziemliche Gemüsemuffel sind, haben wir uns für die kleine Version entschieden.

Und das war im Rückblick genau richtig. Zu Saisonbeginn bekamen wir alle wichtigen Informationen per E-Mail übermittelt (Was wo zu finden ist, die Zugangscodes zum Gelände, auf welchem der Beete unseres Gartens welche Pflanzen ausgesäät bzw. gepflanzt wurden usw.). Da wir an der Gartenübergabe vor Ort nicht teilnehmen konnten, war das sehr praktisch, denn so hatte man jederzeit Zugriff auf alle notwendigen Daten. Auch während der Saison wurden regelmäßig Newsletter zu aktuellen Themen verschickt (Erntezeiten, Was-tun-bei-Schädlingsbefall, saisonale Rezepte usw.).

Um den Samen und Pflänzchen beim Wachsen zu helfen, bestand die Hauptarbeit in den ersten Wochen aus Unkraut-Rupfen. Das hat uns allen wider Erwarten sehr viel Spaß gemacht. Wenn man sich nicht gerade parallel um eines der Kindern kümmern muss, ist das eine entspannende um nicht zu sagen fast schon meditative Arbeit. So seltsam es klingt, wir rissen uns geradezu darum.

Dann folgte eine Phase, die vor allem von Gießen und Bodenlockern geprägt war. Dem Gott der KleingärtnerInnen sei es gedankt, dass unsere Pachtnachbarn mit reichlich Vorwissen ausgestattet waren und uns rechtzeitig warnten, unsere Pflanzen nicht zu sehr mit Wasser zu verwöhnen. Denn in der Folge werden sie faul und bilden weniger bzw. weniger tiefes Wurzelwerk aus und müssen dementsprechend mehr gegossen werden. Ja auch die Natur lässt sich erziehen ;-)

Unser größter Feind war der Kartoffelkäfer. Sein Erscheinen lässt sich, so zeigten es die Nachbarbeete erfahrener Hobbygärtner nicht wirklich verhindern und der Kampf gegen ihn ist mühsam und mitunter etwas eklig. Während die ausgewachsenen Käfer eigentlich ganz hübsch anzusehen sind (was die Arbeit auch nicht angenehmer macht, denn man muss sie wohl oder übel beseitigen), sind die Larven ziemlich unansehnlich und treten schnell in Massen auf. Für unseren Großen waren die Kartoffelkäferaktionen immer spannend. Wir sammelten die Käfer u.a. in seiner Becherlupe, damit sie im Anschluss einer genauen Betrachtung unterzogen werden konnten. Den Anblick von mampfenden Kartoffelkäfern, die sich wie im Zeitraffer über ein Kartoffelblatt hermachen, werde ich nicht so schnell vergessen.

Auch wenn das Kartoffelbeet am Ende ziemlich wüst aussah und wir auch die Käferlese gelegentlich vernachlässigen mussten, konnten wir uns über eine reiche Ernte freuen. Daneben konnten wir Spinat, Blattsalate, Zwiebeln, Zuckererbsen, Bohnen und einiges Mehr in großen Mengen ernten. Richtiggehend überschwemmt aber wurden wir von Gurken und Zucchinis.

Zum absoluten Sommerhit und zumindest auch für den Großen ein Gaumenschmaus wurde deshalb ein leicht abgewandeltes Rezept aus der Datenbank von chefkoch.de und weil der Name "Gefüllte Zucchini" zu langweilig ist, wurden es bei uns

Zucchini-Schiffchen

Garten in Wartenberg

Dafür nehme man:

  • 4 Zucchini
  • 1 -2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 Tomaten
  • Olivenöl
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Brise Zucker
  • 2 EL Balsamico Essig
  • Salz/Pfeffer nach Geschmack
  • Wahlweise geriebenen Parmesan und/oder in Würfel geschnittener Schafskäse

Zubereitung:

  • Zucchini aushöhlen, Strunk wegschneiden, auf Backblech legen.
  • Zucchinifleisch hacken, Tomaten häuten und hacken, Zwiebeln und Knoblauch klein würfeln.
  • Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl glasig dünsten, Zucchini und Tomatenwürfel dazugeben, leicht salzen.
  • Lorbeer, Zucker und Essig zugeben und 20 Minuten schmoren lassen.
  • Mit Pfeffer abschmecken und in die Zucchinihälften füllen.
  • Mit Parmesan oder Käsewürfeln bestreuen (unser Favorit waren die Schafskäsewürfel).
  • In den Ofen und backen, bis die Zucchini-Hälften weich sind (circa 20-30 Minuten).

Als Beilage haben wir meistens Reis serviert. Und der Kleine, der letzten Sommer noch sehr klein war, bekam einfach die Reste aus dem Zucchini-Tomaten-Topf (manchmal noch etwas mit passierten Tomaten o.ä. verlängert) mit Reis vermischt auf den Teller und war glücklich.

Aber zurück zum Garten: Neben der Gartenarbeit und der vielfältigen frischen und gesunden Ernte hatten wir das große Glück, dass der Pachtgarten von unserem Zuhause aus sehr gut mit dem Fahrrad zu erreichen ist. Die Entfernung beträgt circa 11 Kilometer, die wir auf überwiegend geraden Strecken mit Fahrradwegen zurücklegen konnten. Die Kinder fuhren im Anhänger mit. Selten aber doch ab und an haben wir wegen schlechten Wetters, Zeitmangel oder üppiger zu transportierender Ernte leider auf das wenig nachhaltige Auto zurückgegriffen.

Als nicht ganz so geglückt sind wohl unsere ersten Versuche neben den vorgepflanzten Gemüsesorten weitere Pflanzen auszusäen, zu beschreiben. Am besten funktionierte das noch mit Radieschen und Spinat. Beim Römersalat und der roten Beete konnte trotz ettlichen ausgebrachten Samenkörnern am Ende jeweils eine Pflanze geernet werden. Deshalb werden wir dieses Jahr versuchen, Setzlinge zu ziehen (Premiere!) und diese dann zum empfohlenen Zeitpunkt einpflanzen. Außerdem sind wir mittlerweile umgezogen und haben einen größeren, sonnigen Balkon, der uns ebenfalls bei der nachhaltigen Nahrungsbeschaffung helfen soll.

Mehr dazu in den nächsten Beiträgen:

Setzlinge ziehen

© Fotos: Sylvia Jahns

meine ernte

 

 

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